Schmalspurbahnen im Erzgebirge

Sachsen hatte ursprünglich das größte Netz an Schmalspurbahnen in Deutschland. Sie entstanden vor allem im Erzgebirge, da diese im Unterhalt wesentlich günstiger erschienen als die sonst übliche Spurbreite. Bereits im Jahr 1881 wurde als erste der zahlreichen sächsischen Schmalspurbahnen im Erzgebirge die Strecke Wilkau – Kirchberg eröffnet.

Nur zu Beginn wirtschaftlich genutzt

Die meist in der einheitlichen Spurbreite von 750 mm erbauten Bahnen hatten ursprünglich das Ziel, die bergige Region des Erzgebirges wirtschaftlich zu erschließen und die entlegenen Bergregionen an das Eisenbahnnetz der anderen Landesteile anzuschließen. Nach nur zwei Jahrzehnten entwickelten sich zahlreiche Schmalspurbahnen im Erzgebirge zu wichtigen Ausflugsbahnen, um Gäste in das landschaftlich reizvolle Erzgebirge zu bringen. Ab Mitte der 1960er begann dann das große „Sterben“ der Schmalspureisenbahnen und viele Strecken wurden stillgelegt.

Denkmale der Verkehrsgeschichte

Im Jahr 1974 wurden in der DDR einige Schmalspurstrecken ausgewählt, die als sogenannte Denkmale der Verkehrsgeschichte zu erhalten waren. Im Erzgebirge waren dies die Bahnstrecken von Cranzahl zum Kurort Oberwiesenthal und die Weißeritztalbahn, die von Freital über Hainsberg zum Kurort Kipsdorf führte. Diese beiden Strecken wurden als Touristenstrecken weitergeführt. Die Nutzung des Begriffs Museumseisenbahn war in der DDR verpönt.

Renaissance

Mit der politischen Wende fand auch ein Umdenken zum Erhalt der Schmalspurbahnen statt. Eisenbahnfreunde machten sich daran, zumindest einige Teilstücke ehemals vorhandener Bahnstrecken zu reaktivieren. Seit 1996 wird die Strecke von Cranzahl zum Kurort Oberwiesenthal als Fichtelbergbahn bezeichnet. Sie führt von Cranzahl über mehr als 17 Kilometer hinauf nach Oberwiesenthal und überwindet dabei 336 Höhenmeter. Trotz einer Höchstgeschwindigkeit von nur 25 km/h ist es Ihnen während der Fahrt nicht erlaubt, Blumen zu pflücken.

Von den heute noch erhaltenen Bahnen ist die Weißeritzbahn von Freital zum Kurort Kipsdorf mit einer Länge von etwas mehr als 26 Kilometern die Längste. Mit dreißig Stundenkilometern werden Sie gemütlich durch das Tal der Weißeritz gefahren und dabei werden 350 Höhenmeter überwunden.

Wiederaufbau nach der Wende

Erst nach der Wende wurde damit begonnen, Teile der ehemaligen Strecke von Jöhstädt nach Wolkenstein wieder zu errichten, nachdem ab 1986 nur noch die Bahndämme vorhanden waren. Eisenbahnfreunde machten sich daran, das Teilstück von Jöhstädt bis Steinbach mit einer Länge von knapp zehn Kilometern wieder aufzubauen.

Heute können Sie im Herzen des Erzgebirges, allerdings nicht täglich, das „Bimmelbahn´l“ auf der Preßnitztalbahn für ihre Ausflugsfahrt nutzen. Ein kleines Stück der ersten Schmalspurbahn im Erzgebirge, die einst von Wilkau bis Carlsfeld schnaufte, wurde ab 1990 von Eisenbahnfreunden in Angriff genommen. Den Ausgang nahm die Wiederbelebung im Lokschuppen von Schönheide und inzwischen können Sie mit der „Bimm“ über 4,5 Kilometer von Schönheide nach Stützengrün fahren.

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