Historisches + Geologie

Entstehung und Bedeutung der Greifensteine

Am Anfang war der Greifenstein. Ein einzelner, beeindruckender Felsen. Zwar war seine Entstehung anfangs unklar, deutlich bewusster war man sich hingegen seiner Wertigkeit. Der Greifenstein, der erste seiner Art, der bis zum 19. Jahrhundert als Einzelfels aus den mineralhaltigen Böden des Erzgebirges ragte, bestand zu großen Teilen aus wertvollem Granit, einem Mineral, wie es nur in wenigen Teilen des Landes zu Tage tritt.

Im Laufe der Jahre entstanden rund um den ersten Felsen weitere 12 Granitberge – die Greifensteine. Inmitten eines dichten Waldgebiets zwischen den Orten Ehrenfriedersdorf, Geyer und Thum befand sich nun eine wertvolle Felsformation, die schnell das Interesse vieler Steinbrecher auf sich zog. Der höchste, heute noch besteigbare Felsen beeindruckt mit einer Höhe von über 700 Metern, das garantiert eine gigantische Aussicht über weite Gebirgsteile bis ins Vorland.

Heute bestehen die populären Greifensteine aus sieben Granitfelsen in einmaliger Optik. Während die sechs fehlenden Felsen den Steinbrechern zum Opfer fielen, die sich bis ins Jahr 1923 am Granit gütlich taten, sind die sieben verbliebenen Steine nunmehr eine Touristenattraktion, wenn nicht sogar das Aushängeschild des sächsischen Erzgebirges.

Geologisches zu den Greifensteinen

Wer erstmals vor den großen, erstaunlich aussehenden Granitfelsen steht, wird sich über deren Optik sicherlich wundern. Sie wirken nicht wie klassische Berge oder Felsen, vielmehr erinnern sie an Gemäuer. Grund hierfür ist die vermeintliche Zusammensetzung vieler kleinerer Steine zu einem Felsen. Was anfangs wie aufgesetzt aussieht und gegebenenfalls latent an Stonehenge erinnert, liegt tatsächlich in den besonderen Witterungsumständen des Gebirges begründet.

Die Greifensteine entstanden aus magmatischem Gestein, die heute sichtbaren Felsen sind also nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs, weite Teile der Formation befinden sich unter der Erde. Dieses Konstrukt wird auch als Pluton bezeichnet, namensgebend hierfür war der Gott Pluton aus der griechischen Mythologie. Überlieferungen zufolge konnte er Felsen und Berge entstehen lassen.

Die heute sichtbaren Gesteinsschichten härteten durch Erosion nach und nach aus, es entstand der harte Granit, beliebtes Material zur Herstellung mittelalterlicher Werkzeuge und Tränken. Durch die jahrzehntelange Verwitterung erhielten die Felsen ihr heutiges, eindrucksvolles Aussehen in Form augenscheinlicher Gesteinsblöcke. Die Greifensteine sind aufgrund ihrer tollen Formation beliebtes Ziel von Kletterern und Bergsteigern. Selbst die Kleinsten können sich an den weniger ausgebildeten Steinen im Klettern versuchen.

Historie und Mythologie

Während über den ganz genauen Entstehungszeitraum des damals ersten Greifensteins nicht wirklich viel bekannt ist und man nur Mutmaßungen anstellen kann, er sei irgendwann im 18. Jahrhundert durch Plattenverschiebungen an die Erdoberfläche gedrungen, reichen die Mythen und Sagen um die Greifensteine schon deutlich weiter.

Die bekannteste und glaubhafteste Überlieferung berichtet beispielsweise von der Stülpner-Höhle im Inneren der Felsen. Diese Höhle sei von dem Wilderer Karl Stülpner bewohnt worden, sie diente ihm als Versteck. Der Stülpner Karl gilt unter den Erzgebirglern als der Robin Hood Sachsens, er erlangte bundesweites Ansehen als Volksheld. Er war Soldat, Schmuggler, Wildschütz und Überlebenskünstler, beschützte die Armen, vertrieb die Bösen. Er versorgte arme Bauern mit Wild, welches in deutschen Wäldern ehemals nicht gejagt und erlegt werden durfte. Über kurfürstliche Erhebungen setzte er sich gekonnt weg und mutierte im Kampf gegen Ungerechtigkeit zum Helden.

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