Typisch Erzgebirge

Mentalität und Tradition im Erzgebirge

Das Erzgebirge, gelegen im Bundesland Sachsen zwischen Leipzig, Chemnitz und Dresden, bis über die benachbarte tschechische Grenze, ist nicht nur eine beliebte Urlaubsregion für Sommer- und Winterurlauber sondern auch ein uriger Landstrich mit vielen typischen Eigenarten und Besonderheiten.

So ist das Gebirge sehr eng mit Bräuchen und speziellen Wertevorstellungen verbunden, es steht symbolisch für einen urtypischen Dialekt, die große Holz- und Schnitzkunst und für eine traditionelle Küche mit zahlreichen Leckereien, die es in keiner anderen Region Deutschlands gibt. Der Erzgebirger an sich legt viel Wert auf Traditionen und Sitten und zelebriert diese in der Regel bis ins kleinste Detail.

Der „typische“ Erzgebirger

Die Menschen im Erzgebirge wirken auf den ersten Blick häufig mürrisch und eigenbrötlerisch, sind es aber keinesfalls. Der heitere Dialekt der Gebirgler klingt für hochdeutsch sprechende Besucher erstmal lustig, vielleicht auch unverständlich. Die Aussprache wirkt verkürzt und nuschelig, bei älteren Herrschaften auch mal brummig. Das kann den mürrischen Eindruck hervorrufen.

Kennt man den Gebirgler besser, stellt man schnell fest, wie redefreudig und traditionsbewusst er ist. Man sagt ihnen Lebensfreude, Intelligenz, handwerkliches Geschick und Genügsamkeit nach und all das lebt der Gebirgler auch. Der Gebirgler gilt als „Genie“ im Smalltalk, schließlich trifft er im Dorf tagtäglich bekannte Gesichter.

Die arzgebirgsche Sprache spricht man im Erzgebirge vorwiegend unter Seinesgleichen, denn selbstverständlich kann der Gebirgler sich auch in hochdeutsche, wohlgeformte Worte hüllen.

In Sachen Humor und Leichtlebigkeit kann der typische Bewohner des Erzgebirges unter den Deutschen definitiv punkten. Da macht es auch gar nichts, dass er figürlich als stämmig und vergleichsweise klein gilt.

Das Erzgebirge ist für die Bewohner meist die lebenslange Heimat, denn der Gebirgler ist traditionsbewusst, hält an seiner Heimat, der Mundart, der hiesigen Volkskunst und den Sitten und Bräuchen fest. Er gründet meist in jungen Jahren große Familien, wobei auch die Nachkommen in der Regel in der Heimat bleiben. Aus diesem Grund gilt das Erzgebirge als das dichtbesiedeltste Gebirge der Welt.

Typische Sitten und familienbewusste Mentalität

Das sächsische Gebirge zeichnet sich durch allerlei Sitten und Bräuche aus. Hierzu gehören beispielsweise die umfangreichen Weihnachtsbräuche, von den Christmetten bis zum Neunerlei. Aber auch kleinere Alltagsgepflogenheiten werden regelrecht zelebriert.

Im Gebirge ist es üblich, seine Eltern zum Sonntagsessen einzuladen. An Feiertagen wie Ostern oder Pfingsten bestimmte Gerichte zu kochen und die Kirmes zu feiern, ist Usus. Gebirgler sehen ihre Familie als höchste Priorität und haben gern alle Angehörigen um sich. Sittenhafte Pflicht ist es aus diesem Grund, auch wirklich weitläufigen, fast unbekannten Angehörigen an Geburtstagen zu gratulieren.

Das gesamte Erzgebirge versteht sich als gastfreundlich und von weltoffener Mentalität. So sehr die Bewohner auch an ihren eigenen Gepflogenheiten hängen, gestehen sie anderen Menschen gleichsam auch andere Einstellungen zu. Nichts desto trotz: Wer dem Gebirgler Interesse an der Geschichte und den Bräuchen des Erzgebirges signalisiert, macht ihn glücklich und wird von den folgenden, tiefgehenden Erzählungen begeistert sein.

Ausgedehnte Geschichten über die Landwirtschaft, die Schnitzerei und sämtliche Traditionen sind übrigens eine Eigenheit des Erzgebirges. Es erfüllt die Bewohner einfach mit Stolz, wenn sie einen Teil ihrer Lebensgeschichte weitergeben können.

Ein Gedanke zu „Typisch Erzgebirge“

  1. Mir fällt der Geiz bestimmter Erzgebirgsbewohner auf: abgezählte Rouladen am Sonntag, das Weiterreichen der ererbten fadenscheinigen Handtücher an den Sohn, Reisen mit dem Suppentopf (kein Witz!) nach Jena, Gaststättenbesuche sind Luxus und daher beinahe unvertretbar, weshalb man sich auf einen in fünf Jahren beschränkt und sich ewig an diesen Schnitzeltag erinnert, mit Kleinigkeiten ist man nicht großzügig, Telefonate kosten und deshalb unterlässt man diese auch zu Weihnachten/zum Jahreswechsel, Einladungen werden gern angenommen, aber nicht ausgesprochen, Kleiderkäufe bei Anita Stümper, anderswo Ausrangiertes wird selbstverständlich mitgenommen und bei sich zuhaus aufgestellt, …

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