Bräuche + Traditionen

Brauchtümer und Traditionen sind im Erzgebirge fest verwurzelt

Das Erzgebirge hat nicht nur hinsichtlich der Sprache und der Lebensweise seine typischen Eigenheiten, auch Bräuche und Traditionen werden hier noch großgeschrieben. Die Gebirgler hängen an ihren Traditionen und verfolgen mit Stolz und Bewunderung, dass sich einige hiervon sogar in weite Teile Deutschlands geschlichen haben, vor allem die typischen Weihnachtstraditionen.

Zu den klassischen Brauchtümern und Traditionen im Erzgebirge gehören die Feierlichkeiten rund um die Kirmes und den Totensonntag. Die Kirmes, auch Kirchweihfest genannt, liegt im Zeitraum vom 29.09. bis zum 11.11., sie schließt das Erntedankfest mit ein. Während der Kirmes gibt es an den Wochenenden traditionell den Kirmeskuchen, einen leckeren Grießkuchen, auf den man sich dieserorts das ganze Jahr über freut. In vielen Dörfern werden zudem Festzelte aufgebaut, es finden zahlreiche Veranstaltungen rund um die Kirmes statt.

Der Totensonntag hingegen bildet den Startschuss in die Vorweihnachtszeit, denn am auf den Totensonntag folgenden Montag beginnen die Gebirgler mit dem Aufstellen ihrer “Mannln”, also dem Weihnachtsschmuck. Einzig die Schwibbögen müssen bis zum ersten Advent auf dem Dachboden bleiben.

Neben unterschiedlichen saisonalen Bräuchen gehören auch feste Handwerkstraditionen zum Erzgebirge. So wird beispielsweise das älteste Handwerk, nämlich der Bergbau, im Rahmen der alljährlichen Bergparade zelebriert. Diese Bergparaden sind so legendär, dass Besucher aus allen Teilen Deutschlands anreisen, um die Bergleute einmal in ihrem Berghabit, also der traditionellen Festtracht des Bergmannes, bestaunen zu können.

Zu einer weiteren Gebirgstradition hat sich das Klöppeln entwickelt. Die textile Gestaltung ist ein klassisches Handgewerbe im Erzgebirge und nahezu jedes Mädchen erlernt von der Mutter oder der Großmutter das Klöppeln, während die Jungen in der Regel schnitzen.

Weihnachten im Erzgebirge

“Weihnachten im Erzgebirge” – mit diesem Slogan werben selbst Reiseanbieter und er veranschaulicht die Wichtigkeit des Weihnachtsfestes im Gebirge. Weihnachten wird im Erzgebirge ganz traditionell gefeiert, mit vorweihnachtlichen Mettenschichten im Bergstollen, mit den Christmetten an Heiligabend, mit dem leckeren Neunerlei vor der Bescherung, mit dem Heiligobndlied mit seinen mehr als 140 Strophen und vor allem mit der ganzen Familie.

Zu den Weihnachtsbräuchen gehören außerdem der Christstollen und das gemeinsame Weihnachtssingen vor dem Christbaum. Dieser wird traditionell erst am Weihnachtsmorgen aufgestellt und gemeinschaftlich geschmückt. An Weihnachten hat im Erzgebirge der Hausvater außerdem die besondere Aufgabe, das Heiligabendlicht zu entzünden. Dieser wichtige Brauch wird seit vielen Generationen weiter vererbt – genau wie der hierfür genutzte Kerzenleuchter.

Silvester im Erzgebirge

Silvester wird im Erzgebirge ähnlich traditionsumwoben begangen wie der heilige Abend. Genau genommen sind diese beiden Highlights eng miteinander verbunden, denn der Gebirgler bezeichnet die Zeit zwischen Weihnachten, Silvester und Hochneujahr am 06. Januar als Innernächte. Einem alten Brauch zufolge darf in diesen 12 Tagen und Nächten kein Porzellan zu Bruch gehen, denn das bringe Unglück im neuen Jahr.

Silvester im Erzgebirge wird ganz traditionell mit Zinn- oder Bleigießen, Raketen und “Neigahrslichtln” begangen. Am Abend werden in der Regel speziell gewürzte Silvester-Bratwürste aufgetafelt, in großen Familien ist man aber mittlerweile auf Fondue umgestiegen. Das legendäre Bleigießen nimmt nach dem Mahl den Großteil des Abends ein – die so entstandenen Gebilde gelten als Vorboten für die Zukunft.

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