Erzgebirgische Mundart

Hutsch ner ne su – Erzgebirgische Mundart und ihre Besonderheiten

Im Hochdeutschen würde man die Überschrift mit “Geh´ordentlich” oder “Lauf´nicht so langsam” übersetzen, der Gebirgler hingegen hat für fast alles seine eigene Sprache. Die erzgebirgische Mundart wird von den Gebirglern selbst als eine Mischung aus Deutsch und Englisch verifiziert, man bezieht sich dabei vor allem auf einige Wörter, die dem Englischen vom Klang her sehr nahe kommen. Bestes Beispiel hierfür ist das Wort “Äppl” für Apfel.

Genau genommen ähnelt das Erzgebirgische dem Englischen jedoch kaum. Vielmehr ist dieser urige Dialekt eine stark verkürzte, nuschelige, sächsische Aussprache, die durchaus erheiternd klingen kann. Der Gebirgler aber schwört auf seine Mundart und selbst die Kleinsten unter ihnen sprechen den Gebirgsdialekt fließend. In weiterführenden Schulen wird daher viel Wert auf eine hochdeutsche Aussprache gelegt, um den Kindern für das spätere Berufsleben das passende Vokabular beizubringen.

Unterschiedliche Dialekte innerhalb des Erzgebirges

Da das Gebirge ein weites Gebiet umfasst, lässt sich die erzgebirgische Mundart nicht auf einen Dialekt beschränken. Im Laufe der Jahre haben sich unterschiedliche Formulierungen und Floskeln manifestiert. Da es keine festgelegte Schreibweise einzelner Wörter im Dialekt gibt, lässt sich über die Schriftsprache streiten.

Der größte Unterschied in Aussprache und Schreibweise findet sich zwischen dem Ost- und dem Westerzgebirge, wobei die erzgebirgische Mundart auch von Ort zu Ort schon leicht variieren kann. In älteren Schriften finden sich aber meist Sprachbeispiele aus dem westlichen und mittleren Erzgebirge, die den gängigen Usus darstellen. Diese Mundart ist stark vom ostfränkischen Dialekt beeinflusst und unterscheidet sich von diesem nur durch die leicht sächsische Aussprache. Ein weiteres Merkmal für die erzgebirgische Mundart sind gehäuft auftretende Verniedlichungen, so nennt der Gebirgler sein Eigenheim liebevoll “Heisl”.

Während die gesprochenen Dialekte also innerhalb der Ortschaften stark variieren, hat sich ein Leitsatz durch das gesamte Erzgebirge gezogen, der allerorts gleich gesprochen wird, nämlich: Wuu de Hosen Huusn haasn un de Hasen Hoosn, do sei mr drhamm! Was auf Hochdeutsch so viel heisst wie “Wo die Hosen Husn heissen und die Hasen Hosen, da sind wir daheim.”

Erzgebirgisch – Deutsch – Ein kleines Wörterbuch

Wer das erste Mal im Erzgebirge Urlaub macht, geht mit diesem kleinen Wörterbuch auf Nummer sicher, in Gaststätte, Hotel, Touristeninfo und Co. alles richtig zu verstehen.

Hiehnerei - Hühnerei
Hosnbrotn - Hasenbraten
Kließ - Klöße
Ardäppl - Kartoffel
Schwamme - Pilze
Brieh - Sauce
Ziteru - Zitrone
Aach - Auge
Abort - Toilette
Owaschflackl - Waschlappen
Hietrochbradl - Tablett
Baam - Baum
dinne Baa - schlanke Beine
Barch - Berg
Spackfettbemm - Brot mit Speckfett
Berscht - Bürste
damprn - spielen, Zeit vergeuden
derrlendsch - dünn, schmal
dohierde - hier
draaschn - regnen
Mutt/Vat - Mutter/Vater
Ohp/Ohm - Opa/Oma
Gung/Maad - Junge/Mädchen
Gack - Jacke
Huusn - Hosen
Ruschlbarg - Rodelberg
Schwibbugn - Schwibbogen
Parmettl - Pyramide
Pfar - Pferd
Brodln - Brötchen
Ranftl - Brotkanten
Vuchlbartroppn - regionale Schnapsspezialität
Glick aaf - Glück auf/Grüß Gott

 

Die erzgebirgische Mundart umfasst noch Tausende weitere Vokabeln, so dass bereits ein erzgebirgisches Wörterbuch entstand. Neben unzähligen Einzelwörtern sind im Gebirge auch Sprichwörter und Redewendungen sehr beliebt, speziell auch Reime, die ausschließlich im Dialekt einen Sinn ergeben.

Zu den beliebten Redewendungen zählen im Erzgebirge Leitsätze wie “Dorhamm is am scheensten” und “Mor sei ehm wie mor sei”. Und Recht haben sie, die Erzgebirgler – sie sind eben wie sie sind.

3 Gedanken zu „Erzgebirgische Mundart“

  1. Nu esu isses. Dos gid mer fai och immor uffn zaischor wenn die bein Fussboll immor vunn de “Erzgebirgler” reddn duun die daamschdn huudschn!

  2. Su e olbersch Gemaar, mir sei Arzgebirger un kaane “Gebirgler”.
    War su ewos zannschrebbt, dar hoot gar kaa Ahning vun Arzgebirg, all mei Tog net.
    Martin

    1. Nu esu isses. Dos gid mer fai och immor uffn zaischor wenn die bein Fussboll immor vunn de “Erzgebirge” reddn duun die daamschdn huudschn!

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