Burg Greifenstein

Das Geheimnis der Burg Greifenstein

Wer seinen Urlaub im schönen Erzgebirge verbringt und im Rahmen eines Ausflugs die Burg Greifenstein bei Geyer besichtigen möchte, wird sich wundern, dass nichts auch nur annähernd eine Burg erahnen lässt. Das mysteriöse Gemäuer befand sich Überlieferungen zufolge genau an der Stelle, die heute die Freiluftbühne in den Greifensteinen bildet.

Mit viel Phantasie also lässt sich in den gigantischen Felsformationen und der dazugehörigen Naturbühne noch so etwas wie ein Burggemäuer erkennen, doch selbst dann ließe sich das Geheimnis um die mysteriöse Burg und deren Existenz im Mittelalter nicht abschließend lüften.

Historisches zur Burg in den Greifensteinen

Die Burg Greifenstein fand um 1350 erstmals Erwähnung, nämlich im damaligen Lehnbuch Friedrichs des Strengen. Errichtet im Jahre 1180 soll sie seinerzeit das örtliche Herrschaftszentrum gewesen sein. Im Jahre 1372 wurde die Burg unter dem Namen Slosz Cryfenstein erwähnt, sie schien also wahrhaftig existiert zu haben. Doch wie kann eine herrschaftliche Burg plötzlich verschwinden?

Dutzende Mythen ranken sich um den tatsächlichen Verbleib der Burg. Während einige davon ausgingen, die Burg sei im 14. Jahrhundert einem Brand völlig zum Opfer gefallen, behaupten andere Quellen, der Herrschaftssitz sei der wuchernden Natur erlegen. Bäume, Sträucher und Hecken sollen sie so verdeckt haben, dass keiner sie mehr auffinden konnte.

Zugegeben, die erste Variante klingt logischer, weswegen der große Brand im 14. Jahrhundert auch heute noch in den Chroniken aufgeführt wird. Eben diese Variante berichtet zudem von einem Wiederaufbau der Burg Greifenstein, die letztlich aber Mitte des 15. Jahrhundert als Herrschaftszentrum aufgegeben wurde.

Anschließend sei sie von Steinbrechern nahezu restlos abgetragen worden – eine mögliche Erklärung also, warum bis heute keine Nachweise über die tatsächliche Existenz der Burg mehr auffindbar sind? Die Burg gilt seit dem 19. Jahrhundert als verschollen und bis heute wird über das Bestehen dieser Gemäuer spekuliert.

Im Rahmen dreijähriger Ausgrabungsarbeiten konnten zwar mehr als 10.000 Keramikreste gefunden werden, die der prunkvollen Burg zugesprochen wurden, dennoch gibt es auch heute noch Zweifler, die die Burg Greifenstein für eine Legende halten.

Eine Burg – eine Legende

Schenkt man einer uralten Sage Glauben, gab es am heutigen Standort des Naturtheaters nicht den Herrschaftssitz an sich sondern vielmehr ein Raubschloss. Der Legende zufolge besiedelte der Ritter Otto von Greifen im elften Jahrhundert mit einem von ihm entführten Fräulein das Waldgebiet zu Thum. Die beiden errichteten die Burg Greifenstein und das Fräulein gebar einen Sohn. Kurze Zeit später brachte der Ritter ein Mädchen aus dem Wald mit sich, das Findelkind gehörte schnell zur Familie und wuchs gemeinsam mit dem Sohn als Geschwisterpaar auf.

Aus anfänglich familiären Gefühlen entwickelte sich eine vermeintlich verbotene Liebe, die sowohl bei den Eltern als auch unter den benachbarten Lehnsherren nicht gern gesehen war. So wurde der junge Ritterssohn von der Burg geschickt und seine mittlerweile schwangere Stiefschwester in den Kerker gesperrt.

Einige Monate später kehrte er zurück, im Begriff die tatsächliche Herkunft seiner vermeintlichen Schwester aufzuklären. Zu spät – sie und das Neugeborene waren bereits tot. Voller Trauer verfluchte er seine hartherzigen Eltern und beschwor damit eine Katastrophe herauf, die Vater und Mutter nicht überlebten.

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